Zum Inhalt springen
EchsenkundeReptilien-Ratgeber

Leopardgeckos

Leopardgecko frisst nicht? Winterruhe richtig begleiten

Von 4 Min. Lesezeit

Leopardgecko mit schwarz-weiß geflecktem Kopf ruht auf einem grauen Holzstück
Foto: Danny112 / Pixabay

So entsteht dieser Ratgeber: mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben, von Erdi Doğan anhand der unten genannten Quellen geprüft und überarbeitet. Unsere Arbeitsweise

Inhalt dieser Seite

Frisst Ihr Leopardgecko im Herbst oder Winter kaum noch, steckt oft die Winterruhe dahinter. Entscheidend ist der Schwanz: Bleibt er dick und das Gewicht stabil, ist das meist kein Grund zur Sorge. Wird der Schwanz dünner oder nimmt der Gecko ab, gehört er in eine Tierarztpraxis mit Reptilienerfahrung. Diese Seite erklärt, wie die Winterruhe abläuft und welche anderen Gründe es gibt, warum ein Leopardgecko nicht frisst. Sie gehört zum Ratgeber Leopardgecko halten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Leopardgeckos halten in ihrer Heimat eine Winterruhe. Die Stiftung TBB Schweiz rät, sie auch im Terrarium zu ermöglichen.
  • Ablauf nach TBB: etwa zwei Monate mit wenigen Stunden Licht und rund 15 °C, in dieser Zeit wird nicht gefüttert.
  • Ein- und Ausleiten schrittweise über etwa zwei Wochen.
  • Ein Gecko in der Winterruhe darf nicht abnehmen. Wiegen Sie ihn und beobachten Sie den Schwanz.

Winterruhe beim Leopardgecko

Leopardgeckos stammen aus steinigen Steppen und Halbwüsten zwischen Afghanistan, Pakistan, Indien und Nepal. In ihrer Heimat halten sie eine Winterruhe. Die Stiftung TBB Schweiz schreibt in ihrem Merkblatt, dass diese bei artgerechter Haltung auch im Terrarium möglich sein sollte. Der Schweizer Tierschutz zählt die Winterruhe ebenfalls zu den Ansprüchen, die Halter berücksichtigen müssen.

Ausgelöst wird die Ruhephase nach der RSPCA durch sinkende Temperaturen, kürzere Tage und Änderungen des Luftdrucks. Der Gecko frisst weniger und schläft mehr, darf dabei aber nicht an Gewicht verlieren.

Leopardgecko mit gelblichem Körper und schwarz-weiß geflecktem Kopf liegt ruhig auf einer Wurzel
In der Winterruhe sind Leopardgeckos noch ruhiger als sonst und verbringen viel Zeit im Versteck. Foto: Danny112 / Pixabay

So läuft die Winterruhe ab

PhaseDauerLichtTemperaturFutter
NormalbetriebFrühjahr bis Herbst12 bis 14 Stundentags 24 bis 28 °C, Wärmeplatz 30 bis 35 °C, nachts 20 bis 23 °CErwachsene 2- bis 3-mal pro Woche
Einleitenetwa 2 Wochenschrittweise kürzerschrittweise kühlerweniger
Winterruheetwa 2 Monatewenige Stundenrund 15 °Ckeines
Ausleitenetwa 2 Wochenschrittweise längerschrittweise wärmerwieder anbieten

Alle Werte stammen aus dem Merkblatt der Stiftung TBB Schweiz. Eine flache Schale mit sauberem Wasser gehört nach der TBB immer ins Terrarium. Lassen Sie den Gecko vor der ersten Winterruhe untersuchen, denn nur ein gesundes, gut genährtes Tier sollte ruhen.

Der Schwanz ist der beste Indikator. Bei einem erwachsenen Leopardgecko sollte er etwa so dick sein wie der Zeigefinger eines Erwachsenen, schreibt die TBB. Wird er in der Ruhephase deutlich dünner, rufen Sie die Tierarztpraxis an.

Leopardgecko frisst nicht: andere Gründe

  • Zu kalt: Nur bei ausreichender Umgebungstemperatur funktioniert die Verdauung, betont die TBB. Prüfen Sie die Werte mit einem Thermometer an der warmen und der kühlen Seite. Mehr dazu im Ratgeber Terrarium und Technik.
  • Falsches Futter: Futterinsekten sollten nicht größer sein als der Kopf des Geckos, so die RSPCA. Ausgehungerte oder ausgetrocknete Insekten haben laut TBB kaum Nährwert. Wie Sie Heimchen richtig halten, steht auf der Seite Heimchen halten.
  • Eiablage: Weibchen legen auch ohne Männchen Eier. Mehr dazu auf der Seite Männchen, Weibchen und Eier.
  • Parasiten: Bildet sich der Fettschwanz trotz guter Futteraufnahme deutlich zurück, kann laut TBB ein Parasitenbefall dahinterstecken.
  • Verstopfung: Die RSPCA nennt veränderten Kot oder Verstopfung mit Gewichtsverlust als Warnzeichen. Lose Bodengründe können beim Fressen mit verschluckt werden.

Die TBB fasst zusammen: Fast alle Krankheiten bei Reptilien lassen sich auf Haltungs- und Fütterungsfehler zurückführen. Beim Leopardgecko sind das meist eine zu trockene oder zu warme Unterbringung und ein Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen.

Hell gefleckter Leopardgecko mit kräftigem Schwanz läuft über einen dunklen Untergrund
Im Schwanz speichert der Leopardgecko Fett. Ein kräftiger Schwanz zeigt einen guten Ernährungszustand. Foto: niki_emmert / Pixabay

Wann zum Tierarzt?

  • Der Gecko nimmt ab oder der Schwanz wird deutlich dünner, in der Winterruhe oder sonst.
  • Er frisst außerhalb der Winterruhe über längere Zeit nicht, obwohl die Temperaturen stimmen.
  • Er frisst nach dem Ausleiten der Winterruhe nicht wieder.
  • Verstopfung, Durchfall oder auffälliger Kot zusammen mit Gewichtsverlust.
  • Muskelzittern oder geschwollene Beine: Verdacht auf Kalziummangel.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Winterruhe beim Leopardgecko?

Die Stiftung TBB Schweiz nennt etwa zwei Monate, dazu je etwa zwei Wochen zum Ein- und Ausleiten.

Welche Temperatur braucht ein Leopardgecko in der Winterruhe?

Rund 15 °C bei nur wenigen Stunden Licht am Tag, nach dem Merkblatt der TBB. Außerhalb der Winterruhe liegen die Temperaturen tagsüber bei 24 bis 28 °C.

Kann ein Leopardgecko ohne Winterruhe gehalten werden?

Die TBB und der Schweizer Tierschutz empfehlen, die Winterruhe zu ermöglichen, weil sie zum natürlichen Jahresrhythmus gehört. Ob Ihr Tier gesund genug dafür ist, klärt die Tierarztpraxis.

Quellen

  1. Stiftung TBB Schweiz: Merkblatt Leopardgeckos (Stand 2026)
  2. RSPCA: Leopard gecko care
  3. VCA Animal Hospitals, G. Rich (DVM): Leopard Geckos: Care and Feeding
  4. BLV / Schweizer Tierschutz STS: Reptilien: Passende Gehege und die richtige Einrichtung (2018)

Mehr zum Thema: Leopardgeckos: die Übersicht

Weitere Themen