Zum Inhalt springen
EchsenkundeReptilien-Ratgeber

Themenübersicht

Leopardgecko halten: Terrarium, Futter, Wärme, Alter

Von 6 Min. Lesezeit

Leopardgecko mit gelb-schwarz gepunkteter Haut läuft über roten Sand an einer Wurzel vorbei
Foto: torstensimon / Pixabay

So entsteht dieser Ratgeber: mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben, von Erdi Doğan anhand der unten genannten Quellen geprüft und überarbeitet. Unsere Arbeitsweise

Inhalt dieser Seite

Das Wichtigste in Kürze

  • Leopardgeckos (Eublepharis macularius) werden 12 bis 25 cm lang und 10 bis 15 Jahre alt, nach Angaben der RSPCA bis zu 20 Jahre.
  • Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und verbringen den Tag in Höhlen und unter Steinen.
  • Ein 45 × 45 × 45 cm großes Terrarium ist für ausgewachsene Tiere viel zu klein. Der Schweizer Tierschutz empfiehlt für bis zu vier Tiere 140 × 75 × 75 cm.
  • Sie fressen nur lebende Insekten, mit Kalzium bestäubt. Ein Schälchen mit reinem Kalziumpulver steht immer bereit.
  • Mindestens so viele Verstecke wie Tiere, darunter ein feuchtes Versteck für die Häutung.
  • Männchen sind territorial und werden nicht zusammen gehalten.

Der Leopardgecko ist eine der bekanntesten Echsen im Terrarium: kleiner als eine Bartagame, ruhig und mit seinen Augenlidern und dem gepunkteten Muster unverwechselbar. Ursprünglich lebt er in trockenen Steppen und Halbwüsten. Tagsüber versteckt er sich, in der Dämmerung wird er lebhaft und klettert gern. Diese Übersicht zeigt, was ein Leopardgecko braucht, und wo sich die Fachquellen unterscheiden.

Steckbrief des Leopardgeckos

MerkmalAngabe
ArtLeopardgecko, Eublepharis macularius
Lebensraumtrockene Steppen und Halbwüsten
Größe12 bis 25 cm, ausgewachsen meist um 25 cm
Lebenserwartung10 bis 15 Jahre, teils bis 20 Jahre
Aktivitätdämmerungs- und nachtaktiv
ErnährungInsektenfresser, nur lebende Beute
Haltungeinzeln oder Weibchen ohne Männchen, nie zwei Männchen

Terrarium für Leopardgeckos

Leopardgeckos sind aktiver, als ihr ruhiger Ruf vermuten lässt. Das Schweizer Veterinäramt BLV und der Schweizer Tierschutz STS warnen ausdrücklich vor Terrarien mit 45 × 45 × 45 cm, auf deren Verpackung ein Leopardgecko abgebildet ist: Für zwei ausgewachsene Tiere mit 12 cm Kopf-Rumpf-Länge schreibt die Schweizer Tierschutzverordnung eine Grundfläche von mindestens 72 × 72 cm vor, also das Sechsfache der Kopf-Rumpf-Länge in Länge und Breite. Die Höhe muss mindestens die doppelte Kopf-Rumpf-Länge betragen.

Für eine tierfreundliche Haltung empfehlen BLV und STS für bis zu vier Leopardgeckos mindestens 140 cm Länge, 75 cm Breite und 75 cm Höhe. Die RSPCA nennt für ein einzelnes erwachsenes Tier mindestens 60 cm Länge, 30 cm Tiefe und 40 cm Höhe und fügt hinzu: größer ist besser. Mit dem Terrarium-Rechner rechnen Sie die Maße für Ihre Tiere aus.

Zur Einrichtung gehören nach BLV/STS Steinaufbauten und Wurzeln zum Klettern, Bodengrund zum Graben, mindestens so viele Verstecke wie Tiere und eine feuchte Stelle für die Eiablage.

Heller Leopardgecko schaut aus einer Höhle zwischen Steinen hervor
Tagsüber bleibt der Leopardgecko am liebsten in seiner Höhle. Planen Sie mehrere Verstecke ein, eines davon leicht feucht. Foto: torstensimon / Pixabay

Wärme, Licht und Feuchtigkeit

Auch der Leopardgecko braucht eine warme und eine kühlere Seite. Die Angaben der Fachquellen liegen dicht beieinander:

BereichVCA (Tierärzte, USA)RSPCA (Großbritannien)
Warme Seiteum 30 °C28 bis 30 °C am Wärmeplatz
Kühle Seitekeine Angabe24 bis 26 °C
Nachtsnicht unter 21 °CZusatzwärme, wenn der Raum unter 18 °C fällt
Luftfeuchtigkeitfeuchtes Moos oder Substrat im Versteck30 bis 40 % auf der kühlen Seite, dazu ein feuchtes Versteck

Geheizt wird mit Wärmematten unter einem Teil des Terrariums oder mit schwachen Wärmelampen, immer über einen Thermostat. Heizsteine raten Tierärzte ab, weil sie heiße Stellen bilden, an denen sich der Gecko verbrennt. Eine Wärmelampe muss so hängen, dass der Gecko nicht näher als etwa 15 cm herankommt.

UV-Licht: Hier sind die Quellen vorsichtiger als bei der Bartagame. VCA nennt UVB für Leopardgeckos nicht zwingend, aber empfehlenswert, im Abstand von etwa 25 bis 30 cm. Die RSPCA empfiehlt eine schwache UVB-Röhre über der warmen Seite, BLV und STS zählen UV-Lampen zur Einrichtung eines tierfreundlichen Terrariums. Wir empfehlen deshalb: mit UVB, aber mit schattigen Bereichen, in die sich der Gecko zurückziehen kann.

Futter: Insekten, Kalzium und Wasser

Leopardgeckos fressen lebende, sich bewegende Insekten. Grundlage sind Heimchen und Grillen, dazu in kleineren Mengen Schaben, Mehlwürmer und Seidenraupen. Wachsmaden und Zophobas sind sehr fett und bleiben die Ausnahme.

  • Wie oft: Jungtiere jeden Tag oder jeden zweiten Tag, erwachsene Tiere zwei- bis dreimal pro Woche (VCA) bis jeden zweiten Tag (RSPCA).
  • Größe: Ein Futterinsekt sollte nicht größer sein als der Kopf des Geckos. Nicht gefressene Insekten nehmen Sie wieder heraus.
  • Futtertiere füttern: Die Insekten bekommen 24 bis 48 Stunden vorher nahrhaftes Futter, zum Beispiel Grünzeug oder Möhren. So geben sie mehr Nährstoffe an den Gecko weiter.
  • Kalzium: Insekten vor dem Verfüttern leicht mit phosphorfreiem Kalzium bestäuben. Zusätzlich steht ein flaches Schälchen mit reinem Kalziumpulver im Terrarium.
  • Wasser: frisch in einer flachen Schale auf der kühlen Seite, jeden Tag erneuert.
Orangefarbener Leopardgecko klettert in einer Hand auf eine Schale mit Mehlwürmern
Mehlwürmer sind ein Futtertier unter mehreren. Abwechslung und Kalzium sind wichtiger als die Menge. Foto: Faixal / Pixabay

Winterruhe: Wenn der Leopardgecko nicht frisst

In den kühleren Monaten fahren viele Leopardgeckos ihre Aktivität herunter: Sie fressen weniger und schlafen mehr. Ausgelöst wird diese Ruhephase durch sinkende Temperaturen, kürzere Tage und Änderungen des Luftdrucks. Der Schweizer Tierschutz nennt die Winterruhe ausdrücklich bei den Ansprüchen des Leopardgeckos.

Entscheidend ist das Gewicht: Ein Gecko in der Ruhephase darf nach Angaben der RSPCA nicht abnehmen. Wiegen Sie ihn regelmäßig, achten Sie auf einen kräftigen Schwanz und besprechen Sie Temperaturen und Dauer der Winterruhe mit Ihrer Tierarztpraxis. Frisst ein Gecko außerhalb der kühlen Jahreszeit nicht, prüfen Sie zuerst die Temperaturen im Terrarium.

Wie alt werden Leopardgeckos?

Bei guter Pflege, sauberem Terrarium und passendem Futter werden Leopardgeckos nach Angaben der Tierärzte von VCA 10 bis 15 Jahre alt. Die RSPCA nennt bis zu 20 Jahre. Ein gesunder Gecko hat klare, wache Augen und einen dicken Schwanz, und sein Bauch schleift beim Laufen nicht über den Boden.

Achtung, Schwanz: Leopardgeckos können ihren Schwanz abwerfen, wenn man ihn festhält oder drückt. Er wächst nach, aber der Verlust ist gefährlich, denn im Schwanz speichert der Gecko seine Fettreserven. Heben Sie ihn deshalb nie am Schwanz hoch, sondern schieben Sie beide Hände unter ihn. In der ersten Woche nach dem Einzug lassen Sie ihn am besten ganz in Ruhe.

Einzeln oder zu zweit?

Leopardgeckos brauchen keine Gesellschaft. Die RSPCA rät zur Einzelhaltung, weil die Tiere untereinander aggressiv werden können. VCA und der Schweizer Tierschutz betonen, dass Männchen territorial sind und nicht zusammen gehalten werden sollten. Wenn Sie mehrere Tiere halten, dann nur Weibchen, in einem entsprechend größeren Terrarium und mit mindestens so vielen Verstecken wie Tieren.

Gesundheit: Wann zur Tierarztpraxis?

Wann zum Tierarzt?

  • Muskelzittern, geschwollene Beine oder weiche, verformte Knochen: Anzeichen einer metabolischen Knochenerkrankung, meist durch fehlendes UVB oder Kalzium.
  • Der Gecko nimmt ab, der Schwanz wird dünner.
  • Veränderter Kot, Verstopfung oder Durchfall zusammen mit Gewichtsverlust.
  • Reste alter Haut bleiben an Zehen oder Augen hängen.
  • Ein Weibchen kann seine Eier nicht ablegen.

Auch Weibchen ohne Männchen legen unbefruchtete Eier. Damit es nicht zur Legenot kommt, braucht jedes Weibchen eine Eiablagestelle mit feuchter Erde oder einem Erde-Sand-Gemisch.

Häufige Fragen

Wie groß muss ein Terrarium für einen Leopardgecko sein?

Die RSPCA nennt für ein Tier mindestens 60 × 30 × 40 cm. Der Schweizer Tierschutz empfiehlt für bis zu vier Tiere mindestens 140 × 75 × 75 cm. Ein 45-cm-Würfel ist für erwachsene Tiere zu klein.

Brauchen Leopardgeckos UV-Licht?

Die Quellen nennen UVB empfehlenswert, aber nicht so zwingend wie bei der Bartagame. Eine schwache UVB-Röhre über der warmen Seite mit schattigen Rückzugsorten ist die sichere Wahl.

Wie oft frisst ein Leopardgecko?

Jungtiere täglich oder jeden zweiten Tag, erwachsene Tiere zwei- bis dreimal pro Woche bis jeden zweiten Tag.

Quellen

  1. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV / Schweizer Tierschutz STS: Reptilien: Passende Gehege und die richtige Einrichtung (Juni 2018)
  2. VCA Animal Hospitals, G. Rich (DVM): Leopard Geckos: Care and Feeding
  3. RSPCA: Leopard gecko care

Bald in diesem Thema

  • Leopardgecko Terrarium einrichten
  • Leopardgecko Farben und Morphs
  • Leopardgecko Winterruhe
  • Leopardgecko Schwanz abgeworfen

Weitere Themen