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EchsenkundeReptilien-Ratgeber

Bartagamen

Bartagame Terrarium einrichten: Schritt für Schritt

Von 4 Min. Lesezeit

Bartagame liegt im Terrarium auf einer hellen Wurzel vor einer Holzrückwand
Foto: 3482602 / Pixabay

So entsteht dieser Ratgeber: mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben, von Erdi Doğan anhand der unten genannten Quellen geprüft und überarbeitet. Unsere Arbeitsweise

Inhalt dieser Seite

Ein Bartagamen-Terrarium hat zwei Enden: am einen einen heißen, hellen Sonnenplatz unter dem Strahler, am anderen ein kühleres Versteck. Dazwischen kommen Kletterfelsen und Äste, ein grabfähiger Bodengrund, ein Wassernapf und Messgeräte. Diese Anleitung führt in der Reihenfolge durch den Aufbau, in der Sie ihn auch erledigen. Wie groß das Terrarium sein muss, rechnet unser Terrarium-Rechner aus. Alles Weitere zur Haltung steht im Ratgeber Bartagame halten.

Das brauchen Sie

  • Terrarium mit guter Belüftung und sicherem Deckel
  • Strahler für den Sonnenplatz und UV-Lampe für Reptilien (oder eine kombinierte UV-Metalldampflampe)
  • Thermostat und zwei Thermometer, dazu ein Hygrometer
  • Felsen, Wurzeln und Äste, fest verbaut
  • Mindestens so viele Verstecke wie Tiere, zum Beispiel Korkröhren
  • Grabfähigen Bodengrund oder eine Grabkiste
  • Standfeste Schalen für Wasser und Futter, dazu eine Bademöglichkeit

Erst planen: zwei Zonen

Bartagamen regeln ihre Körpertemperatur, indem sie zwischen warmen und kühlen Plätzen wechseln. Der Tierarzt Hermann Kempf beschreibt den Aufbau so: ein starker Sonnenstrahler außerhalb der Mitte und eine Versteckmöglichkeit am anderen Ende. Am Sonnenplatz entsteht so ein heller, warmer und trockener Ort mit etwa 40 °C. Im Versteck sollte es dann unter 30 °C sein, dort steigt auch die Luftfeuchtigkeit etwas an. Nasse oder gar sumpfige Stellen gehören nicht ins Terrarium.

BereichWas dort hingehörtZiel
Warme SeiteStrahler, UV-Lampe, erhöhter Sonnenplatz aus Steinetwa 40 °C am Sonnenplatz, hell und trocken
MitteKletterfelsen, Äste, erhöhte LiegeflächenBewegung und Abwechslung
Kühle SeiteVersteck, Wasserschaleunter 30 °C, ruhig und schattig

Schritt für Schritt einrichten

  1. Das Terrarium wählen und aufstellen

    Das Schweizer Veterinäramt BLV und der Schweizer Tierschutz STS empfehlen für zwei Bartagamen ein Terrarium nach Maß mit mindestens 180 × 100 × 100 cm. Kempf nennt für ein einzelnes Tier eine Grundfläche von mindestens 0,5 m². Das Terrarium braucht gute Belüftung und einen sicheren Deckel, damit kein Tier entkommt und keine anderen Haustiere hineinkommen.

  2. Rückwand und Kletterfelsen einbauen

    Felsaufbauten, Äste und Korkröhren geben Bartagamen Bewegung. Niedrige, waagerechte Äste eignen sich gut. Mit Plateaus auf verschiedenen Höhen vergrößern Sie die nutzbare Fläche. Bauen Sie alles fest ein: Steine und Äste dürfen nicht auf das Tier fallen.

  3. Den Bodengrund einfüllen

    Hier gehen die Meinungen auseinander. BLV und STS zählen Sand zum Graben zur Einrichtung. Kempf rät dagegen zu Erde oder Kokosfasern statt Sand oder Lehm-Sand, weil Bartagamen Bodengrund auch fressen und davon verstopfen können. Die Tierärzte von VCA empfehlen sogar Papier oder Reptilienteppich. Kalksand, Walnussgranulat und Maisgranulat sind nach allen Quellen ungeeignet. Mehr dazu im Abschnitt Bodengrund.

  4. Lampen und Strahler anbringen

    Die Bartagame braucht UVB-Licht, um Vitamin D3 zu bilden. Zwischen Lampe und Tier darf keine Glasscheibe sein. Hängen Sie die Lampen so, dass das Tier sie nicht berühren kann, und halten Sie den Mindestabstand des Herstellers ein. Kempf warnt, dass zu tief gehängte Lampen möglicherweise zu Hauttumoren führen. Die RSPCA nennt als Faustwert 25 bis 30 cm zwischen Rücken und Lampe.

  5. Thermostat und Thermometer anschließen

    Jede Heizung läuft über einen Thermostat. Je ein Thermometer kommt an die warme und an die kühle Seite. Heizsteine („Hot Rocks“) haben im Terrarium nichts zu suchen, sie können Verbrennungen verursachen.

  6. Verstecke, Wasser und Bad

    BLV und STS verlangen mindestens so viele Rückzugsmöglichkeiten wie Tiere. Geeignet sind Korkröhren, Wurzeln, ein Tontopf oder eine Höhle aus dem Handel. Wasser steht in einer flachen, standfesten Schale, die nicht umkippt. Dazu kommt eine Bademöglichkeit.

  7. Vor dem Einzug messen

    Schalten Sie alles ein und messen Sie die Temperaturen an beiden Enden, bevor die Bartagame einzieht. Die Tierärzte von VCA raten, nach jedem Umbau neu zu messen.

Bartagame steht aufgerichtet auf einer flachen rötlichen Steinplatte
Erhöhte Liegeflächen aus Stein gehören nach BLV und STS in jedes Bartagamen-Terrarium. Foto: Hans / Pixabay

Futter im Terrarium anbieten

Kempf empfiehlt, gewaschenes Grünfutter nicht kleinzuschneiden, sondern im Ganzen anzubieten. Am besten binden Sie es an einen Ast: Das Abbeißen beschäftigt die Tiere und beugt Zahnstein vor. Welche Pflanzen geeignet sind, zeigt unsere Liste Was dürfen Bartagamen fressen?

Bartagame mit stacheligem Bart liegt auf hellem, körnigem Bodengrund
Bartagamen graben gern. Ob Sand, Erde oder eine Grabkiste: Besprechen Sie den Bodengrund mit Ihrer Tierarztpraxis. Foto: garten-gg / Pixabay

Häufige Fehler beim Einrichten

  • Lampe hinter Glas oder Kunststoff: Dann kommt kein UVB beim Tier an.
  • Lampe zu tief gehängt, um den Sonnenplatz heißer zu bekommen: Verbrennungsgefahr und laut Kempf möglicherweise Hauttumoren.
  • Nur ein Versteck für mehrere Tiere: BLV und STS verlangen mindestens eines pro Tier.
  • Lose Steine und Äste: Sie können umfallen und das Tier verletzen.
  • Nasse Ecken: Bartagamen brauchen ein trockenes Terrarium.
  • Kein Thermostat: Heizmatten und Strahler können ohne Abschaltung zu heiß werden.

Häufige Fragen

Wie warm muss der Sonnenplatz für eine Bartagame sein?

Der Tierarzt Hermann Kempf nennt etwa 40 °C am Sonnenplatz und unter 30 °C im Versteck am anderen Ende. Die RSPCA gibt 38 bis 42 °C am Sonnenplatz an.

Welcher Bodengrund ist für Bartagamen am besten?

Die Quellen sind sich nicht einig. Kempf empfiehlt Erde oder Kokosfasern statt Sand, VCA Papier oder Reptilienteppich, BLV und STS Sand zum Graben. Kalksand und Walnussgranulat sind ungeeignet.

Wie viele Verstecke braucht eine Bartagame?

Mindestens so viele wie Tiere im Terrarium, nach BLV und STS. Bei einem Tier reicht ein gutes Versteck auf der kühlen Seite.

Quellen

  1. Hermann Kempf (Tierarzt): Bartagamen in der Praxis – eine Einführung, news4vets 04/2021
  2. BLV / Schweizer Tierschutz STS: Reptilien: Passende Gehege und die richtige Einrichtung (2018)
  3. VCA Animal Hospitals, G. Rich, L. Hess, R. Axelson (DVM): Bearded Dragons: Housing
  4. RSPCA: Bearded dragon care

Mehr zum Thema: Bartagamen: die Übersicht

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