So entsteht dieser Ratgeber: mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben, von Erdi Doğan anhand der unten genannten Quellen geprüft und überarbeitet. Unsere Arbeitsweise
Inhalt dieser Seite
Die meisten Krankheiten der Bartagame haben ihre Ursache in Haltung und Futter: zu wenig UV-Licht, falsche Temperaturen, zu viele Insekten oder ungeeigneter Bodengrund. Häufige Probleme sind Parasiten im Darm, Verstopfung, Häutungsreste an Zehen und Schwanz, Zahnstein und Knochenerkrankungen durch Kalziummangel. Für Menschen ist vor allem eines wichtig: Bartagamen tragen oft Salmonellen, ohne krank zu wirken. Diese Seite hilft beim Einordnen von Symptomen, ersetzt aber keine Untersuchung. Sie gehört zum Ratgeber Bartagame halten.
Sofort zur Tierarztpraxis
- Ein trächtiges Weibchen frisst nicht und wird matt oder teilnahmslos (Verdacht auf Legenot).
- Muskelzittern, geschwollene Beine oder ein weicher, verformter Kiefer.
- Schleim im Maul oder Atemgeräusche.
- Die Schwanzspitze ist rundherum schwarz, eingeschrumpft und weich.
- Deutlicher Gewichtsverlust, hervortretende Hüftknochen, eingefallene Kaumuskeln.
Symptome und mögliche Ursachen
| Was Sie sehen | Mögliche Ursache | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Durchfall, dünner Kot, Gewichtsverlust | Parasiten wie Oxyuren, Kokzidien oder Flagellaten | ! Kotprobe in der Praxis untersuchen lassen |
| Kein Kot, dicker Bauch, frisst nicht | Verstopfung, oft durch gefressenen Bodengrund | ! Praxis, Bodengrund prüfen |
| Hautreste in Ringen um Zehen oder Schwanzspitze | Häutungsprobleme, zu trockene Luft | ! Praxis, bevor die Durchblutung leidet |
| Zittern, geschwollene Beine, weicher Kiefer | Knochenerkrankung durch Mangel an Kalzium oder UVB | ✗ sofort zur Praxis |
| Belag an den Zähnen, geschwollener Kiefer | Zahnstein, Kieferabszess | ! Praxis, Futter ganz statt zerkleinert anbieten |
| Harte Schwellung unter der Haut | Abszess | ! Praxis |
| Fehlende Zehen, dunkle Schwanzspitze nach Streit | Bissverletzungen | ! Tiere trennen, Praxis |
Durchfall und Parasiten
Der Tierarzt Hermann Kempf zählt regelmäßige Kotuntersuchungen zu den sinnvollsten Vorbeugemaßnahmen. Am häufigsten findet er Oxyuren (Madenwürmer), die bei Reptilien allgemein sehr verbreitet sind und bei stärkerem Befall immer behandelt werden sollten. Aus dem Terrarium lassen sie sich kaum ganz entfernen. Kokzidien können auch erwachsene Tiere gefährden, weil sie die Darmwand schädigen. Häufig sind außerdem Flagellaten, die die Verdauung stören.
Die RSPCA nennt auffälligen Kot, Durchfall oder Verstopfung zusammen mit Gewichtsverlust als mögliche Zeichen für Darmparasiten. Wichtig: Wie viele Wurmeier im Kot zu finden sind, sagt nach Kempf nichts darüber aus, wie stark der Befall ist. Die Behandlung gehört in die Tierarztpraxis, ebenso die Kontrolle danach.

Verstopfung
Bartagamen nehmen Bodengrund mit dem Futter auf, manche fressen ihn gezielt. Kempf vermutet dahinter oft einen Mangel an Mineralstoffen, den die Tiere über Sand ausgleichen wollen. Je nach Material und Menge entstehen schwere Verstopfungen, die manchmal nur noch operiert werden können. Er empfiehlt deshalb Erde oder Kokosfasern statt Sand. Die Tierärzte von VCA raten ganz von losem Bodengrund ab, auch von „verdaulichem“ Kalksand. Mehr dazu im Abschnitt Bodengrund.
Häutungsprobleme an Zehen und Schwanz
Bleibt alte Haut in Ringen an Zehen oder Schwanzspitze hängen, kann sie die Durchblutung abschnüren. Nach VCA verfärbt sich das Gewebe dahinter dunkel, entzündet sich oft und stirbt ab. Betroffen sind vor allem Jungtiere, die zu trocken gehalten werden. Die RSPCA warnt, dass schlechte Häutung an den Füßen bis zum Verlust von Zehen führen kann. Lassen Sie hartnäckige Hautreste in der Praxis entfernen, statt daran zu ziehen.
Von der Häutung zu unterscheiden ist die Schwanzfäule: Die Schwanzspitze wird rundherum schwarz, schrumpft und fühlt sich weich an. Viele Bartagamen haben oben an der Schwanzspitze eine dunkle Färbung, das ist normal. Ist die Spitze aber ringsum schwarz, braucht das Tier schnell Hilfe.
Knochenerkrankung durch Kalziummangel
Ohne UVB-Licht kann die Haut kein Vitamin D3 bilden, und ohne Vitamin D3 nimmt der Körper kein Kalzium auf. Die Folge ist eine metabolische Knochenerkrankung, eine der häufigsten Krankheiten bei Reptilien in Menschenhand. Die RSPCA nennt als Zeichen Muskelzittern, geschwollene Beine, brüchige Knochen und bleibende Verformungen an Beinen, Kiefer, Wirbelsäule oder Schwanz. Vorbeugung: UVB-Lampe ohne Glas dazwischen, rechtzeitig gewechselt, und Kalzium im Futter. Aber Vorsicht: Kempf warnt, dass zu viel Vitamin D3 aus Präparaten Organe verkalken lassen kann.
Zahnstein und Schleim im Maul
Bartagamen haben fest mit dem Kiefer verwachsene Zähne. Kempf beschreibt Zahnstein als Folge falscher Fütterung, aus dem schwere Kieferentzündungen entstehen können. Er rät, Grünfutter im Ganzen anzubieten, damit die Tiere abbeißen und kauen. Schleim im Maul mit Atemproblemen wird oft als Lungenentzündung gedeutet, kann aber auch von einer Magenentzündung durch Stress kommen. Beides muss die Praxis unterscheiden.
Zu viele Insekten schaden den Nieren
Kempf warnt vor sehr eiweißreicher Fütterung mit Futterinsekten: Früher oder später schädigt sie die Nieren, bis hin zur Gicht. Er empfiehlt, Bartagamen ab dem ersten Lebensjahr fast nur noch pflanzlich zu ernähren. Andere Quellen wie VCA nennen für Erwachsene einen größeren Insektenanteil. Einig sind sich alle, dass Jungtiere mehr Insekten brauchen und Erwachsene mehr Pflanzen. Welche Pflanzen geeignet sind, steht in unserer Futterliste.

Ist eine Bartagame gefährlich? Salmonellen
Für Menschen ist das größte Risiko unsichtbar. Nach Untersuchungen, die das Robert Koch-Institut (RKI) zitiert, tragen etwa zwei Drittel bis drei Viertel der in Deutschland gehaltenen Reptilien Salmonellen, ohne krank zu sein, und scheiden sie mit dem Kot aus. 2008 berichtete das RKI über eine Häufung von Salmonelleninfektionen bei Säuglingen: In fünf der betroffenen Haushalte lebten Bartagamen.
- Nach jedem Kontakt mit Tier, Futter oder Terrarium die Hände mit Seife waschen.
- Terrarium und Zubehör nie in der Küche reinigen.
- In Haushalten mit Kindern unter fünf Jahren oder mit Menschen mit geschwächtem Immunsystem rät das RKI von Reptilien ab.
Bissig sind Bartagamen in der Regel nicht. Kempf beschreibt sie als friedfertig: Sie schnappen nicht aktiv nach Menschen. Die spitzen Krallen können aber Kratzer verursachen, wenn das Tier von der Hand flüchten will, und der Kiefer ist kräftig.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass meine Bartagame krank ist?
Typische Zeichen sind Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit außerhalb der Winterruhe, Durchfall, Schleim im Maul, Zittern, geschwollene Beine und Hautreste an Zehen oder Schwanz. Bei solchen Zeichen gehört das Tier in eine Praxis mit Reptilienerfahrung.
Hat meine Bartagame Würmer?
Das zeigt nur eine Kotuntersuchung. Madenwürmer (Oxyuren) sind bei Reptilien sehr häufig. Der Tierarzt Hermann Kempf empfiehlt regelmäßige Kotuntersuchungen als Vorbeugung.
Können Bartagamen Menschen krank machen?
Ja, über Salmonellen. Viele Reptilien scheiden sie aus, ohne selbst krank zu sein. Händewaschen nach jedem Kontakt schützt, Kleinkinder unter fünf Jahren sollten keinen Kontakt haben.
Quellen
- Hermann Kempf (Tierarzt): Bartagamen in der Praxis – eine Einführung, news4vets 04/2021
- VCA Animal Hospitals, G. Rich, L. Hess, R. Axelson (DVM): Bearded Dragons: Problems
- VCA Animal Hospitals: Bearded Dragons: Housing
- RSPCA: Bearded dragon care
- Kreisverwaltung Kaiserslautern, Gesundheitsamt: RKI warnt vor Salmonellen durch Reptilien im Haushalt (nach RKI, Epidemiologisches Bulletin 35/2008)
Mehr zum Thema: Bartagamen: die Übersicht
